Crowdinvesting als Ergänzung zum Portfolio?

Die Grundidee klingt einfach: Ohne unternehmerisches Wissen in der Startup-Welt mitspielen und gleichzeitig ein starkes Gewinnpotenzial sichern.

Vorsicht ist geboten!

Grundsätzlich ist es wichtig zu verstehen, was einem bei den entsprechenden Plattformen angeboten wird. Aus Amerika kennt man das Prinzip: Man investiert eine kleine Summe in ein vielversprechendes Unternehmen.  Im Falle eines späteren Börsengang kann man sein Crowdinvestment an der Börse um ein vielfaches veräußern – So die Idee.

In Europa wächst das Thema mittlerweile auch rasant. Plattformen wie beispielsweise Companisto und Conda bieten diese Investmentform für europäische Anleger an. Es gilt zu beachten, dass die Rechtslage jedoch anders ist.

Investments auf beiden Kontinenten sind nur schwer zu vergleichen. Grundsätzlich wird der Investor in den USA bei diesem risikoreichem Investment weniger geschützt, hat aber auch höhere Gewinnchancen.

Situation in Deutschland und Österreich

Unternehmensbeteiligungen unterliegen auf unserem Kontinent strengeren Vorgaben. Durch die Rechtslage in Deutschland und Österreich sind diese Plattformen darauf angewiesen, spezielle Anlageformen zu finden, die einer Eigenkapitalinvestition ähneln und dennoch allen regulatorischen Vorraussetzungen entsprechen (Basel II, etc.).

Ein Beispiel für eine solche Anlageform ist das partiarische Nachrangdarlehen.

Hier bekommt der Darlehensgeber statt Zinsen eine Gewinnbeteiligung. (Es gibt hier auch Mischformen bei der Zinsen und eine Gewinnbeteiligung gewährt wird.) Man ist nicht am Unternehmen selbst beteiligt, sondern nur am Unternehmensgewinn. Hier sollte dem Anleger klar sein, dass es sich aber nicht um eine echte Unternehmensbeteiligung handelt.

Dieses Darlehen unterliegt jedoch dem gleichen Risiko wie eben eine solche Beteiligung. Im schlimmsten Fall ist der Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich.

Crowdinvesting – schnelle Gewinne sind eher unwahrscheinlich

Man sollte sich über folgendes klar zu werden: Wer beispielsweise die Profitabilität und Unternehmenskennzahlen der deutschen Startup Schmiede Rocket Internet verfolgt hat, weiß dass es für junge und stark wachsende Unternehmen nicht im Vordergrund steht, schnell Gewinne zu erwirtschaften. Wenn Startups die schwierige Anfangsphase überleben, dauert es oft sehr lange (und setzt mitunter einem Börsengang voraus), bis sie in die Gewinnzone gesteuert werden.

Im Unterschied zu einer echten Beteiligung, ist bei dieser Anlageform ein Börsengang nicht notwendigerweise der Lottogewinn, den sich Anleger womöglich mit ihrem Investment erhoffen.

Crowdinvesting bietet nichtsdestotrotz eine interessante Möglichkeit an jungen Unternehmen zu partizipieren. Aus Risikosicht macht es allerdings nur als Beimischung zu einem bereits vorhandenem Portfolio Sinn.

Es gilt der Grundsatz, dass man verstehen muss, auf was man sich einlässt.

Wer sich bewusst auf das Risiko einlassen möchte, findet hier eine gute Übersicht über das Angebot im deutschsprachigen Raum.

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