1.Unterschied zwischen Crowdfunding und Crowdinvesting

Beim Crowdfunding erhalten die Geldgeber meist ein Produkt oder einen symbolischen Gegenwert für ihre Investition. Der Wert ist von der gespendeten Summe abhängig. Bei Crowdfunding wird Geld für Projekte gesammelt, die durch den Zusammenschluss mehrerer „Investoren“ verwirklicht werden. Eine der bekanntesten Crowdfundingplattformen ist Kickstarter.

Bei Crowdinvesting hingegen erwarten sich die Geldgeber eine finanzielle Gegenleistung. Dafür bekommen Investoren Anteile und/oder regelmäßige Gewinnausschüttungen. Idealerweise verbucht die Geschäftsidee in Zukunft einen wirtschaftlichen Erfolg, an dem die Investoren beteiligt sind. Auch wenn das Startup, in das man investiert, später verkauft werden sollte, haben die Investoren die Möglichkeit an einem eventuellen Gewinn beteiligt zu werden. Crowdinvesting ist heute eine durchaus interessante Möglichkeit sein Portfolio weiter zu streuen.

2. Risiko bei Crowdinvestments

Für Unternehmen (meist Startups), oder Ideen die über traditionelle Wege keine Geldmittel finden, ist Crowdfunding und Crowdinvesting ein Segen. Die Plattform Wikipedia würde beispielsweise ohne Crowdfunding nicht bestehen. Die Gründe, warum diese Unternehmungen über klassische Wege keine Finanzierungen bekommen würden, sind vielfältig. Oft fallen sie durch das Raster der Bonitätsprüfung oder stellen für einzelne Investoren oder Banken ein zu hohes Risiko dar.

Im Umkehrschluss bedeutet dass aber auch für den Privatanleger, dass hier ein hohes Ausfallrisko besteht, welches nur über die Masse (Crowd) getragen werden kann. Diese Investments kommen nur zu Stande, weil viele Anleger einen Teil des riskanten Investments (geht die Geschäftsidee nicht auf, kann dies einen Totalverlust auch für Investoren bedeuten) halten. Dieses Risiko wird meist mit einem verhältnismäßigem hohen Zins abgegolten. Beispielsweise gibt es inzwischen auch Crowdinvesting für Immobilien, wo den Anlegern je nach Laufzeit zwischen 6 und 7% pro Jahr auf das eingesetzte Kapital winken.

Vielleicht stellst du dir jetzt die Frage, wieso diese Firma nicht von der Bank einen günstigeren Kredit bekommen könnte? Das liegt meist daran, dass die Firma noch zu wenig Eigenkapital hat, um einen Kredit von der Bank zu bekommen. Um das Eigenkapital zu erhöhen, wird es per Crowdinvesting gesammelt.

Crowdinvesting Pleiten

Immer wieder kommt es auch zu Totalausfällen des eingesetzten Geldes. Hier eine Auflistung der größten deutschen Crowdinvesting Pleiten.

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3. Die erworbenen „Anteile“ sind nicht liquide

Will man aus dem Investment aussteigen, ist das mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Der Markt für bereits laufende Crowdinvestments ist nicht sehr groß und oft beschränken Regeln auch den Weiterverkauf der Anteile. Falls man also seine Anteile vorzeitig verkaufen möchte, kommt man wenn überhaupt nur mit deutlichen Abschlägen wieder heraus.

4. Die Investmenthöhe und die Bewertung des Unternehmens sind vorgegeben

Mich persönlich stört bei den meisten Crowdinvestments immer die teils absurd hohe Bewertung. Wie kann ein Unternehmen, dass erst seit kurzer Zeit existiert, teilweise noch keine Umsätze erzielt, einen Wert von mehreren Millionen haben? Hier gilt die Regel:„Friss oder Stirb“. Entweder du bist mit der Bewertung einverstanden und akzeptierst, dass du beispielsweise für 1000.- Investment 0,03% bekommst oder eben nicht.  Und auch die Beteiligungshöhe ist meistens vorgeben und nach oben oder unten limitiert.

Inzwischen hat auch der Staat erkannt, dass diese Form des Investments ein erhöhtes Risiko birgt und hat mit dem Crowdfunding-Gesetz (Alternativfinanzierungsgesetz Österreich) rechtlich gereget, dass jeder Privatanleger pro Projekt maximal 5.000 Euro pro Jahr investieren darf.

In Deutschland gibt es derzeit eine Obergrenze von 10.000 Euro. Ab 1.000 Euro muss zusätzlich noch eine Selbstauskunft abgeben werden, dass man über genügend frei verfügbares Kapital verfügt.

5. Beim Crowdfunding gibt es geringe Transparenzvorgaben

Im Gegensatz zu börsennotierten Unternehmen müssen crowdunterstützte Startups weniger Informationen offen legen. Das ist meist ein Vorteil für den Gründer, aber ein deutlicher Nachteil für den Investor.

Wer sich für eine Investition oder ein Projekt interessiert kann sich hier über sämtliche großen Plattformen durchklicken und nach passenden Investments suchen.

Zusammenfassung:

Ich lehne Crowdinvesting Projekte nicht kategorisch ab, es kann durchaus eine sinnvolles Investment sein, allerdings müssen sich Investoren über ihr tatsächliches Risiko bewusst sein. Betrachte es als spannende Beimischung zu einem bestehenden Portfolio.

Ich kenne Personen, die noch nie in ihrem Leben eine Aktie gekauft haben, aber wie verrückt in verschiedenste Crowdinvesting Projekte investieren, ohne zu hinterfragen, welches Risiko sie dabei eingehen:

Augen auf bevor DU investierSt, LIES IMMER das Kleingedruckte und SEI DIR SICHER, DASS DU VERSTEHST, WO DU DEIN GELD INVESTIERST.

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